Stromanbieter wechseln: Der komplette Ablauf

Das Wichtigste in Kürze Der Stromanbieterwechsel ist einfacher als sein Ruf: Der neue Anbieter übernimmt in der Regel die Kündigung, der Wechsel dauert wenige Wochen, und der Strom geht dabei nie aus (Grundversorgung als Netz und doppter Boden). Du brauchst nur deine letzte Abrechnung, einen Tarifvergleich und den Zählerstand am Wechseltag.
Strom ist der klassische Fixkosten-Sparhebel: Einmal wechseln, jedes Jahr sparen. Wer noch in der Grundversorgung oder im Altvertrag hängt, zahlt für denselben Strom aus derselben Steckdose oft mehrere hundert Euro im Jahr zu viel. Hier der komplette Ablauf – inklusive der Fristen, die wirklich zählen.
Inhalt
- Warum sich der Wechsel lohnt
- Der Wechsel Schritt für Schritt
- Muss ich selbst kündigen?
- Fristen: Grundversorgung, Sondervertrag, Sonderkündigung
- Worauf beim Tarifvergleich achten
- Häufige Fragen
Warum sich der Wechsel lohnt
- Grundversorgung ist der teuerste Tarif: Wer noch nie gewechselt hat, ist automatisch in der Grundversorgung des örtlichen Versorgers – bequem, aber selten günstig.
- Neukundenkonditionen: Anbieter locken mit Preisgarantien und Wechselboni. Wer nach der ersten Bindung liegen bleibt, zahlt danach oft den deutlich teureren Standardpreis.
- Wenig Aufwand: Abrechnung raussuchen, vergleichen, abschließen – eine halbe Stunde für einen dreistelligen Jahresbetrag.
Der Wechsel Schritt für Schritt
1. Letzte Abrechnung bereitlegen. Du brauchst deinen Jahresverbrauch in kWh und deine Postleitzahl. Damit rechnet jeder Vergleichsrechner genau.
2. Tarife vergleichen. Vergleiche die Jahresgesamtkosten – nicht nur den beworbenen Arbeitspreis. Achte auf Preisgarantie, Laufzeit und Boni (Details unten).
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3. Neuen Vertrag abschließen. Online in wenigen Minuten. Danach wird es bequem: Der neue Anbieter kündigt in der Regel deinen alten Vertrag und meldet dich beim Netzbetreiber an.
4. Bestätigung abwarten. Du erhältst den verbindlichen Lieferbeginn schriftlich – üblicherweise zwei bis vier Wochen nach Abschluss (frühestens zwei Wochen danach).
5. Zählerstand am Wechseltag ablesen. Den Stand an beide Anbieter melden und ein Foto vom Zähler machen – dein Beweis für die Schlussrechnung.
6. Schlussrechnung prüfen. Zählerstand übernommen? Guthaben zurückgefordert? Fertig.
Muss ich selbst kündigen?
In der Regel nein – und du solltest es auch nicht: Kündigt der neue Anbieter für dich, läuft alles über einen automatischen Prozess. Eine zusätzliche Eigenkündigung kann diesen stören (Stichwort Doppelkündigung).
Nur in zwei Fällen kündigst du selbst:
- Sonderkündigung bei Preiserhöhung – du willst zum Wirksamwerden der Erhöhung raus (Vorlage in unserer Wechsel-Checkliste)
- Auflösung ohne Nachfolger – etwa bei Umzug ins Ausland
Wenn du unsicher bist, ob dein neuer Anbieter die Kündigung übernimmt: Es steht im Bestellprozess („Kündigungsservice”). Fast alle Vergleichsportale und Anbieter bieten ihn standardmäßig an.
Fristen: Grundversorgung, Sondervertrag, Sonderkündigung
| Situation | Frist |
|---|---|
| Grundversorgung | 2 Wochen |
| Sondervertrag nach Erstlaufzeit (max. 12 Monate) | meist 1 Monat zum Vertragsende – Vertrag prüfen |
| Preiserhöhung (Sonderkündigungsrecht) | zum Wirksamwerden der Erhöhung – Frist steht im Schreiben |
Wichtig: Nach Ablauf einer Erstlaufzeit von 12 Monaten darf dein Vertrag nur noch mit maximal einem Monat Frist kündbar sein. Du bist also nie länger „gefangen” – nur vergessen darfst du den Termin nicht. Unsere Fixkosten-Checkliste legt den jährlichen Prüftermin für alle Verträge fest.
Worauf beim Tarifvergleich achten
- Preisgarantie: 12 Monate sind üblich und sinnvoll. Ohne Garantie kann der Preis unterjährig steigen.
- Vertragslaufzeit: Nicht länger als 12 Monate wählen – so bleibst du flexibel für den nächsten Wechsel.
- Boni fair einrechnen: Sofort- und Neukundenboni schmeicheln im Jahr eins. Rechne die Kosten auf 24 Monate um, dann siehst du den wahren Preis.
- Ökostrom: Wenn dir Herkunft wichtig ist, auf Zertifikate achten (z. B. Grüner Strom Label). Der Aufpreis ist oft klein.
- Pakettarife meiden: Tarife mit festem kWh-Paket passen selten zum echten Verbrauch – Mehrverbrauch wird teuer nachberechnet.
Häufige Fragen
Muss ich selbst kündigen? Meist nein – der neue Anbieter übernimmt das („Kündigungsservice”). Nur bei Sonderkündigung oder Auflösung ohne Nachfolger kündigst du selbst.
Wie lange dauert der Wechsel? Zwei bis vier Wochen, frühestens zwei Wochen nach Abschluss. Der neue Anbieter bestätigt den Termin.
Geht der Strom aus? Nein – notfalls springt die Grundversorgung ein. Die ist teuer, verhindert aber, dass es je dunkel wird.
Welche Frist gilt bei mir? Grundversorgung: 2 Wochen. Sondervertrag: steht im Vertrag (nach der Erstlaufzeit maximal 1 Monat). Preiserhöhung: Sonderkündigung zum Wirksamwerden.
Was brauche ich für den Vergleich? Deine letzte Abrechnung (Jahresverbrauch in kWh) und deine Postleitzahl – mehr nicht.
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Passend dazu: Gasanbieter wechseln · Strom- & Gas-Wechsel-Checkliste (PDF, gratis) · Fixkosten-Checkliste
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Stand: August 2026.