Stromanbieter wechseln in Österreich: Der komplette Ablauf

Stromsparen im Haushalt – mit dem richtigen Tarif mehrere hundert Euro im Jahr sparen

Das Wichtigste in Kürze Der Stromanbieterwechsel in Österreich ist einfacher als sein Ruf: Der neue Anbieter übernimmt die Kündigung beim alten Lieferanten, der Wechsel dauert etwa zwei bis drei Wochen, und der Strom geht dabei nie aus. Du brauchst nur deine Jahresabrechnung, einen Tarifvergleich und den Zählerstand am Wechseltag.

Der österreichische Strommarkt ist liberalisiert – du kannst deinen Lieferanten frei wählen, egal wo du wohnst. Trotzdem bleiben viele Haushalte jahrelang im teuren Standardtarif des örtlichen Versorgers. Dabei liegen zwischen den Anbietern bei gleichem Verbrauch oft mehrere hundert Euro im Jahr.

Dieser Ratgeber führt dich durch den kompletten Wechsel nach den Regeln der E-Control – vom Vergleich bis zur Schlussrechnung.

Inhalt

Warum sich der Wechsel lohnt

Zwei Effekte machen den Stromtarif zum Dauer-Sparhebel:

  1. Neukundenboni und Aktionspreise: Anbieter locken mit Preisgarantien und Rabatten im ersten Jahr. Wer nach Ablauf einfach liegen bleibt, zahlt danach oft den teuren Standardpreis.
  2. Große Preisspanne: Für denselben Verbrauch aus derselben Steckdose verlangen die Anbieter spürbar unterschiedliche Arbeitspreise – besonders seit den Preissprüngen der letzten Jahre.

Ein Haushalt mit 3.500 kWh Jahresverbrauch kann durch einen gut gewählten Tarif typischerweise einen dreistelligen Betrag pro Jahr sparen. Auf fünf Jahre gerechnet ist das ein Wochenendtrip – für eine halbe Stunde Aufwand.

Der Wechsel Schritt für Schritt

1. Jahresabrechnung bereitlegen. Du brauchst drei Angaben: deinen Jahresverbrauch in kWh, den aktuellen Arbeits- und Grundpreis und deine Zählpunktnummer (steht auf der Abrechnung, oft als 33-stelliger Code). Mit dem Jahresverbrauch werden Vergleichsrechner erst genau.

2. Tarife vergleichen. Vergleiche die Gesamtkosten für deinen Verbrauch – nicht nur den beworbenen Arbeitspreis. Achte auf Preisgarantie, Bindungsdauer und Boni (Details im nächsten Abschnitt).

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3. Neuen Vertrag abschließen. Der Abschluss geht online in wenigen Minuten. Danach wird es bequem: Der neue Anbieter erledigt den Rest – er meldet dich beim Netzbetreiber an und löst die Abmeldung beim bisherigen Lieferanten aus.

4. Bestätigung abwarten. Du erhältst vom neuen Anbieter den verbindlichen Belieferungsbeginn schriftlich bestätigt – üblicherweise zwei bis drei Wochen nach Abschluss. Der Wechsel kann frühestens zwei Wochen nach Anmeldung wirksam werden.

5. Zählerstand am Wechseltag ablesen. Lies am Tag des Lieferantenwechsels den Zählerstand ab und melde ihn beiden Anbietern. Mach ein Foto vom Zähler – das ist dein Beweis, falls die Schlussrechnung des alten Anbieters schätzt statt misst.

6. Schlussrechnung prüfen. Der alte Anbieter schickt die Schlussrechnung. Prüfe, ob der gemeldete Zählerstand übernommen wurde, und fordere ein etwaiges Guthaben zurück. Fertig.

Muss ich selbst kündigen?

Nein – und du solltest es beim regulären Wechsel auch nicht. Die häufigste Verunsicherung beim Anbieterwechsel ist unbegründet: Kündigung beim alten Anbieter, Abmeldung und Anmeldung beim Netzbetreiber laufen im Hintergrund automatisch. Der neue Anbieter hat ein eigenes Interesse daran, dass der Wechsel reibungslos klappt.

Wichtig: Kündige nicht zusätzlich selbst beim alten Anbieter. Eine Doppelkündigung kann den automatischen Prozess stören und im schlimmsten Fall dazu führen, dass du ganz ohne Folgevertrag dastehst.

Nur in zwei Fällen kündigst du selbst:

Worauf beim Tarifvergleich achten

Sonderkündigung bei Preiserhöhung

Kündigt dein Stromanbieter eine Preiserhöhung an, hast du ein Sonderkündigungsrecht: Du kannst den Vertrag zum Wirksamwerden der Erhöhung auflösen – auch während einer laufenden Bindung.

So gehst du vor:

  1. Erhöhungsschreiben lesen: Das Wirksamkeitsdatum und die Kündigungsfrist stehen im Brief oder in der E-Mail.
  2. Fristgerecht selbst kündigen: Diesmal bist du dran – der neue Anbieter kann eine Sonderkündigung nicht für dich auslösen, weil sie vor dem eigentlichen Wechsel greifen muss. Nutze unsere Strom- & Gas-Wechsel-Checkliste – sie enthält eine fertige Sonderkündigungs-Vorlage in österreichischer Fassung.
  3. Neuen Anbieter wählen: Parallel den nächsten Tarif fixieren, damit der Übergang nahtlos bleibt.

Und falls doch einmal etwas schiefgeht: Die Versorgung ist gesetzlich abgesichert. Fällt ein Lieferant aus oder verzögert sich ein Wechsel, springt die Ersatzversorgung ein – der Strom geht nie aus. Sie ist nur deutlich teurer und daher reine Übergangslösung.

Häufige Fragen

Muss ich beim Wechsel selbst kündigen? Nein – beim regulären Wechsel übernimmt das der neue Anbieter. Kündige ausdrücklich nicht selbst, sonst riskierst du eine Doppelkündigung. Nur bei der Sonderkündigung (Preiserhöhung) oder bei Vertragsauflösung ohne Nachfolger kündigst du selbst.

Wie lange dauert der Wechsel? Etwa zwei bis drei Wochen, frühestens zwei Wochen nach deiner Anmeldung. Den verbindlichen Belieferungsbeginn bestätigt dir der neue Anbieter schriftlich.

Geht der Strom beim Wechsel aus? Nein. Die Versorgung ist gesetzlich gesichert – notfalls springt die Ersatzversorgung ein. Die ist teuer, aber sie verhindert, dass es je dunkel wird.

Was passiert nach Ende der Preisgarantie? Der Vertrag läuft meist unbefristet weiter – häufig zum teureren Standardpreis. Kalendererinnerung ans Ende der Bindung setzen und rechtzeitig wieder vergleichen.

Was brauche ich für den Vergleich? Deine letzte Jahresabrechnung: Jahresverbrauch in kWh, Zählpunktnummer und deine Postleitzahl. Damit dauert der Vergleich keine fünf Minuten.


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Stand: August 2026.

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